Travelling Wanderlust

Einfach mal losfahren

22. September 2017

Einfach mal drauf losfahren. Das hatten Jakob und ich schon lange vorher beschlossen diesen Sommer machen zu wollen und es genossen, uns nicht lange vorher Gedanken über eine Route und Etappenziele machen zu müssen. Mit einer groben Richtung im Kopf, einer Prise Bauchgefühl und einem Blick aufs Wetter stürzten wir uns also zwei Wochen nach meinem Abi in unser kleines Abenteuer.

Am ersten Tag folgten wir dem Flusslauf des Rheines entlang am Loreley Felsen und landeten in der Nähe von Koblenz, eigentlich um noch eine spontane Wanderung bei schönstem Sonnenschein zu starten, aber eine Bremsenplage machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodass wir es uns einfach an einer 3 Kilometer Fußmarsch entfernten Hütte mit einem plätschernden Wasser direkt davor und Lagerfeuer gemütlich machten und auf den Sternenhimmel unserer ersten Nacht im Freien warteten. Am nächsten Morgen wurden wir jedoch von einem langanhaltenden Strippenregen geweckt, der unsere Weiterfahrt um einige Stunden verzögerte.

Da das Wetter seine Wechselhaftigkeit im deutschen Rheingebiet beibehalten sollte, entflohen wir direkt über die Grenze nach Frankreich, wo wir, bevor es nach Straßburg ging, eine Übernachtung auf einem kleinen, wirklich günstigen Campingplatz in Haguenau einlegten. (7 € für uns Beide, Zelt und Autostellplatz!)

Aber danach gings dann ab nach Straßburg für einen Tag. Ziemlich heißes aber wunderbar sonniges Wetter erwartete uns dort und wir versuchten die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Ließen uns vom Fluss und kleinen Gässchen leiten und landeten immer wieder an einer schönen Ecke. Die Nahrungssuche gestaltete sich tatsächlich anspruchsvoller als gedacht, da es gefühlt nur überteuerte Flammkuchen alle 50 Meter gab…also landeten wir zum Schluss in einem kleinen regionalen Bio Laden wo wir wunderbar kühlen und cremigen Zitronen Schafsjoghurt und Pumpernickel mit Gemüseaufstrich kauften. Damit machten wir es uns auf einer schattigen Parkbank gemütlich und wurden glücklich und satt ohne viel Geld auf der Touristenmeile gelassen zu haben.

Ein Tag Stadttrubel reichte uns dann aber auch erstmal wieder, denn wir wollten wieder in die freie Wildbahn. Also überwanden wir ein paar Höhenmeter und fanden uns mitten im idyllischen Elsass wieder. Auf 1200 Meter machten wir unsere erste lange Tageswanderung vorbei am Lac Blanc, Lac Noir und Lac des Truites. Für mich das erste Mal so hoch in den Bergen zu wandern. Besonders beeindruckte mich der Abstieg von einer Hochebene übersät mit vielen gelben Bergblühern hinunter zum Lac des Truites begleitet von einem Kuhglockengeläut wie man es sonst nur aus den Alpen kennt. Ich war hin und weg…

Da uns die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes davonrannte und wir noch Freiburg mitnehmen wollten, verließen wir das Elsass nach drei Tagen und zwei Nächten auf einem familiären «Camping les Moraines» mit vielen Bauernhoftieren und Bachrauschen wieder und wurden aus unserer Reiseidylle gerissen, als wir als erstes nach Überqeren der Grenze an einem McDonald’s vorbeifuhren. Mit Erreichen des Titisees wurde es nicht besser. Menschenmassen, die aus Touribussen ausgeschüttet wurden, die Einkaufsmeile am Sonntag geöffnet, Handtuch an Handtuch am steinigen und grau bräunlichen See liegend und Campingplatzpreise, die viermal so hoch waren wie in Frankreich.

Wir suchten das Weite vom Massentourismus und landeten an einer weiteren Holzhütte am Rande des kleinen Dörfleins Fischbach, wo wir erst mit einer Familie, die spontan ihr Abendessen im Freien einnehmen wollte, zusammen grillten und anschließend die Stille des Abends am Lagerfeuer genossen. Nur einige hundert Meter entfernt kamen wir zufällig auch noch an einem Bio Hof vorbei, der uns glücklicherweise mit Käse und Joghurt für’s Frühstück versorgte, denn wir hatten unsere Vorräte zum Sonntag hin ganz gut aufgebraucht.

Letzter Stopp: Freiburg. Ich hatte mich letzten Sommer schon in dieses kleine, idyllische Städtchen im Schwarzwald verliebt und freute mich schon auf eine Rückkehr. Zu Fuß schlenderten wir durch die Gassen der historischen Altstadt, die uns angenehme Kühle bei 30 ° Grad heißem Sonnenwetter schenkten. Nach einem knackigen Salat auf der Mensawiese der Uni zwischen zahlreichen Studis (ja, ich glaube ich könnte mich wohlfühlen im Studentenleben…) liefen wir noch ein Stück entlang des Dreisams, wo ich meine Schaukelleidenschaft aus Kindertagen mal so richtig ausleben konnte. Auf einer 1 Meter über dem Fluss hängenden Schaukel mit mindestens 3 Meter langen Stahlseilen, wurde das Anschaukeln jedoch zu einer größeren Herausforderung als gedacht ;-).

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